Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kollegen und Kolleginnen in der Palliative Care!

H. Ziereis
B. Pußwald
H. Kössler

Wir laden Sie zu unserem 5. Interdisziplinären Fachtag Palliative Care am 10. November 2017 herzlich ein. Lebenskrisen wie schwere Krankheit und bevorstehender Tod konfrontieren die Betroffenen mit sehr komplexen Aufgabenstellungen und Problemen, die weit über medizinische und pflegerische Fragen hinausgehen. Sie werfen für das gesamte Umfeld – PatientInnen, Angehörige und BetreuerInnen - existentielle Fragen nach dem Sinn des Lebens im Allgemeinen, aber auch Fragen nach dem höchstpersönlichen Sinn des eigenen Lebens auf. Viele schwerkranke und sterbende Menschen haben das Bedürfnis, Rückschau zu halten, letzte Dinge zu regeln oder zu bereinigen und Bilanz zu ziehen, um in ihrem Sein und Leben Erfüllung und Bedeutung zu finden. Familiäre Verhältnisse, soziale Beziehungen sowie die gesellschaftliche Einbettung spielen in dieser Lebensphase eine große Rolle und gewinnen zunehmend an Bedeutung. Persönliche Zuwendung, Wertschätzung und Achtung der Würde werden zu Kernelementen in der Betreuung. Symptome, die durch spirituelles und soziales Leiden mitverursacht sind, können durch medikamentöse Dosissteigerungen kaum gelindert werden. Diese Menschen benötigen psychosoziale Begleitung und Beratung und Personen, die sich um ihre Seele sorgen.  Gemäß dem Motto „A Mensch möcht i bleibn…“ beleuchten wir sowohl aus Betroffenenperspektive als auch aus Sicht professioneller BetreuerInnen die Möglichkeiten und Chancen psychosozialer und spiritueller Begleitung durch den Prozess des Sinnfindens und Wachsens in einer zunehmend technisierten und ökonomisierten Umwelt. Diese hat längst auch im Gesundheitsbereich Einzug gehalten. Leistungskataloge, kosteneffiziente Prozessabläufe und chronischer Zeitmangel stellen professionelle BetreuerInnen vor die große Herausforderung, PatientInnen sowie ihre Angehörigen mit all ihren Bedürfnissen wahrzunehmen und umfassend zu begleiten.Spirituelle und psychosoziale Faktoren des Schmerzes, sowie existentielle Verzweiflung von PatientInnen stellen uns Professionisten auch immer die Frage nach den eigenen Überzeugungen und Haltungen in dieser speziellen Betreuungssituation, diesem Menschen gegenüber: Wie werde ich berühren, berührt werden, mich berühren lassen? In welcher Rolle werde ich mich finden - als MedizinerIn, SozialarbeiterIn, PflegerIn, SeelsorgerIn,… oder einfach als Mensch mit bestimmtem Spezialwissen und Erfahrungen, die hilfreich sein könnten?Im Anschluss an die Vorträge sowie in den Pausen wollen wir einen intensiven Erfahrungs- und Gedankenaustausch zwischen den Berufsgruppen ermöglichen.Wir hoffen, dass unser Programm Ihr Interesse weckt und freuen uns, Sie am Interdisziplinären Fachtag Palliative Care begrüßen zu dürfen,


Dr. Helmut Ziereis
Ärztlicher Leiter des Palliativteams
Krankenhaus St. Josef
Braunau/Inn

 
Bettina Pußwald, MSM, DSA
Diplomsozialarbeiterin
Mobiles Palliativteam Fürstenfeld/Feldbach
Leiterin der AG „Palliativsozialarbeit“

 
Hilde Kössler, MMSc
Koordinatorin des Mobilen Palliativteams Baden
Lehrbeauftragte für Palliativpflege an der
FH Wiener Neustadt